Ekel dem eigenen Konzept gegenüber

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Ich sehe mich konfrontiert mit der Herausforderung an meinem (ekel-erregenden) Thema dran zu bleiben, es unaufhörlich ernst zu nehmen, auf mich selbst aufzupassen, aber weiter zu thematisieren. Doch was hat das mit Ekel zu tun?

Dazu verallgemeinere ich das Thema erstmal und ich werde auch nicht bis ins letzte Detail persönlich.

Es kann alle erreichen.

Vor Kurzem hatte ich ein Feedback-gespräch mit einer Person, die mich viel an dem eigenen inneren Prozess hat teilhaben lassen. Ich fand‘ es sehr aufregend, weil ich währenddessen gemerkt habe, wie ich auch unsicher werde, aber ich habe es auf mich zukommen lassen.

Allgemein möchte ich dazu noch sagen, selbst wenn ihr versucht eure Zielgruppe mitzubestimmen, ihr könnte am Ende nicht wissen, wer eure Kunst bemerkt. Darunter sind auch Menschen, mit denen ihr sonst nicht aufeinander treffen würdet. Menschen, die eure Denkweise, eure Kunst überhaupt nicht verstehen können. Das wird dann auch so ausgedrückt und damit müsst ihr umgehen können.

Ihr werdet das vielleicht auch kennen oder erleben, dass es aufregend ist an dem eigenen Erfahrungsprozess so beteiligt zu sein. Wenn ihr die Werke vorstellt, seid ihr anwesend. Generell seid ihr eure Marke, ihr seid erreichbar.
Das beinhaltet unter Anderem künstlerisch-technische Kritik, ebenso persönliches Feedback (über die Erfahrungen der Anderen, diese sind klar von euren zu trennen, können aber interessant auf euch zurück wirken).

Ihr könnt nicht wissen, wie das Publikum (euer Rezipient) reagiert.

Mir wurde bewusst, dass Kunst in diesem Moment einen interaktiven Moment hat. Wenn ich meine Kunst produziere, dann bin ich selbständig und für mich, wenn ich sie vermarkte, bin ich teilweise online oder in persona mit Anderen bei Events. etc.

Es gibt auch die Situation bei Ausstellungseröffnungen oder in Galerien etc. mit den Kunst-betrachtenden in persönlichen Kontakt zu treten. Dabei können sehr unterschiedliche Szenarien auftreten.

Ich habe jetzt Ekel als Beispiel genommen. Sobald ältere Männer meine Kunst betrachten, merke ich mitunter sehr schnell wie es mich an Ekel erinnern kann, dass Sätze, die fallen Ekel auslösen können. Die Tatsache, dass ich angeschaut werde und in diesem Moment kann ich es nicht beeinflussen, hat sich natürlich aufregend, unsicher und teilweise auch eklig angefühlt.
Da war mir vorher nicht so bewusst.

Ich bin natürlich frei in meiner Arbeit. Aber ich bin auch mit eigenen Klischees im Umgang mit meiner Kunst konfrontiert.

Wie meine persönliche Sichtweise auf Andere wirkt, meine weiße Sichtweise, einer Frau, die ein Thema erfindet, was zuerst „beschönigend“ wirkt. Ekel ist ein Teil meines Arbeitsthemas. Das kann ich selbst nicht ignorieren.

Der Titel „the beauty of abuse“ provoziert, es kann auch schnell Ekel aufkommen nach dem Lesen. Er konfrontiert mit eigenen Bildern von „Abuse“. Wie weit hat jemand es reflektiert? Wie wenig?

Als Künstlerin biete ich Angriffsfläche bezogen auf die Gefühle und Gedanken, die durch mein Thema ausgelöst werden.

Es zeigt sich dann auch, inwieweit ihr einen pädagogischen Auftrag verfolgen wollt, welche Aufgabe für euch die Kunst bezogen auf die Gesellschaft, auf andere Menschen haben kann. Was wollt ihr vermitteln und wie.. Ihr werdet es merken, welche Räume, Situationen, Medien, Herangehensweisen für euch dann sinnvoll sind und welche weniger oder gar nicht.

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